Fibromyalgie
Die Fibromyalgie ist noch unzureichend erforscht. Typisch sind Schmerzen in Muskeln und Gelenken.
Krankheiten

Fibromyalgie – Ursachen, Symptome und Therapie

Die Erkrankung Fibromyalgie oder auch Fibromyalgiesyndrom ist eine noch weitgehend unerforschte Krankheit über deren Ursachen noch nicht viel bekannt ist. Die Erkrankung verursacht diffuse Schmerzen der Muskeln, Sehnen und Gelenke, die sich scheinbar willkürlich über den ganzen Körper erstrecken.

Was ist Fibromyalgie?

Das Fibromyalgiesyndrom (FMS) bzw. die Fibromyalgie ist noch eine relativ „junge“ Erkrankung und noch nicht ausreichend erforscht. Nach heutigem Wissensstand der Medizin kann man sagen, dass die Fibromyalgie über den ganzen Körper verteilt, scheinbar willkürlich Schmerzen in den Muskeln, Sehnen, Gelenken und auch Knochen verursacht. Diese Schmerzpunkte wechseln ohne nachvollziehbaren Grund. Die Krankheit ist chronisch und bislang therapieresistent. Im Anfangsstadium wird die Fibromyalgie oft mit anderen Erkrankungen verwechselt, wie z.B. dem Weichteilrheumatismus, oder der rheumatoiden Arthritis. Die FMS ist eine so genannte generalisierte Erkrankung, das bedeutet, sie ist nicht auf einen bestimmten Teil des Körpers begrenzt, sondern breitet sich über den ganzen Körper aus. Vorrangig leiden die Betroffenen unter Muskelschmerzen, jedoch liegt die allgemeine Schmerzschwelle generell sehr tief.

Die FMS wird in zwei Hauptkategorien unterteilt. Die primäre, sowie die sekundäre Fibromyalgie. Bei der primären Form steht kein zweifelsfreier Auslöser im Vordergrund. In dieser Kategorie werden genetische Dispositionen und nicht akute Ursachen eingegliedert. Bei der sekundären Form wurde festgestellt, dass diese vordergründig nach Infektionskrankheiten oder Entzündungen, nach seelischen oder körperlichen Traumata sowie als Nebenerkrankung bei Autoimmunerkrankungen auftritt.

Fibromyalgie – Ursachen

Da die Erkrankung leider noch nicht zureichend erforscht ist, gibt es derzeit nur wenige sichere Erkenntnisse über die Entstehung und die Ursachen von FMS. Bekannt ist, dass diese Erkrankung vergleichsweise häufig in familiären Erblinien auftritt, was den Schluss nahe legt, dass es sich um eine genetische Veranlagung handelt. Weiterhin hat man mittlerweile erforscht, dass die sekundäre FMS gehäuft als Folgeerkrankung nach Virusinfektionen und Rheumaerkrankungen auftritt sowie als Begleiterkrankung bei Autoimmunerkrankungen festgestellt wird.

Darüber hinaus konnte man auch feststellen, dass Schmerzen, die nach Unfällen, Operationen oder sonstigen Ursachen vielfach bestehen blieben, obwohl die Ursache nicht mehr vorhanden war. Man vermutet deshalb, dass die Ursache der Fibromyalgie eine Störung des Gehirnareals sein könnte, welches für das Schmerzgedächtnis zuständig ist. Möglicherweise werden trotz des Wegfalles der Schmerzursache fälschlicherweise weiter Schmerzsignale gesendet, die das Gehirn jedoch nicht genau lokalisieren kann.

Man hat bei Laboruntersuchungen betroffener Patienten auch feststellen können, dass Abweichungen bei verschiedenen Werten im Blutserum und im Gehirnwasser vorhanden sind. In wie weit dies allerdings relevant ist, darüber finden sich noch keine weitreichenden Ergebnisse. Interessant ist auch eine Theorie, nach der eine Nebennierenschwäche mitursächlich für eine Fibromyalgie sein könnte. Hier geht man davon aus, dass im Körper nicht ausreichend Cortisol vorhanden ist und so das Schmerzempfinden erhöht ist.

Fibromyalgie – Symptome

Aufgrund der Symptome wird die Fibromyalgie, gerade im Anfangsstadium oft mit anderen Erkrankungen wie Rheuma oder Arthritis verwechselt. Grund dafür ist, dass die bei der FMS auftretenden Beschwerden nicht atypisch sind, sondern auch bei den vorher genannten Erkrankungen vorhanden sind.

Bezeichnend bei der Fibromyalgie sind schubweise auftretende, starke Schmerzen an den Ansätzen von Muskeln und Sehnen, welche symmetrisch sowohl an Armen und Beinen als auch am Rumpf auftreten und ganz besonders häufig auch am Rücken. Den Schmerz beschreiben Betroffene als bohrend und großflächig und als wäre das Gewebe in der betroffenen Region geschwollen und wund.

Zusätzlich zu dem Schmerzempfinden wartet die FMS noch mit zahlreichen weiteren Symptomen auf. So leiden die Betroffenen häufig noch an:

  • Depressionen
  • Panikattacken
  • Angststörungen
  • Zittern
  • Darmreizungen
  • Schlaflosigkeit
  • Kopfschmerzen
  • trockene Schleimhäute
  • Herzrhythmusstörungen
  • starker Schwindel
  • Hautexantheme
  • Nierenschmerzen
  • entzündliches Gefühl im Körper
  • Haarausfall
  • Atembeschwerden
  • „restless legs“
  • Infektanfälligkeit
  • Krämpfe der Beinmuskeln
  • Heiserkeit
  • Zahnschmerzen
  • Kiefermuskelschmerzen
  • Tinnitus
  • Störungen der visuellen Wahrnehmung (Sehstörungen)
  • Stimmungsschwankungen, Reizbarkeit
  • Wassereinlagerungen
  • Rückenschmerzen im Wirbelsäulenbereich

Der Verdacht auf Fibromyalgie lässt sich nicht durch bildgebende Verfahren bestätigen. Vielmehr muss der diagnostizierende Arzt sich auf verschiedene manuelle Diagnoseverfahren verlassen. Eines davon ist der Test mit den so genannten „Tender Points“. Dabei werden 18 festgelegte Punkte am Körper auf ihre Druckempfindlichkeit getestet. Reagieren mindestens elf davon schmerzhaft, ist dies ein Anzeichen, dass eine Fibromyalgie vorliegt.

Fibromyalgie – Therapie

Eine Therapie im klassischen Sinne gibt es für die Fibromyalgie leider derzeit noch nicht. Dies liegt hauptsächlich auch an der Tatsache, dass die Ursache für die Erkrankung noch nicht definierbar ist. Somit beschränkt sich die Behandlung der FMS bislang auf die Reduzierung der Symptome, vor allem der Reduzierung der Schmerzen. Darüber hinaus versucht man durch Verhaltenstherapien die Akzeptanz für die Erkrankung bei den Betroffenen zu fördern, so dass es ihnen möglich ist, trotz der Beschwerden eine möglichst große Teilhabe am normalen Leben zu erreichen. Die Erfahrungen zeigen außerdem, dass eine regelmäßige, moderate, sportliche Betätigung die Beschwerden lindern kann. Dabei stehen Sportarten wie z.B. Schwimmen oder Aquatraining im Vordergrund, da hier das Schmerzempfinden nicht so groß ist.

Fibromyalgie – Vorbeugung

Eine direkte Empfehlung einer Fibromyalgie vorzubeugen gibt es nicht, da man noch nicht weiß, wie diese entsteht. Sicherlich ist es aber nicht verkehrt, auch hier auf die grundlegenden Empfehlungen zu achten, wenn es um die Gesundheit geht. Indem man Acht gibt auf seine Ernährung und zusätzlich – je nach Möglichkeit – sich regelmäßig und ausreichend bewegt, hat man zumindest schon einmal die Grundvoraussetzungen geschaffen.

Bildnachweis: © blackboard1965 / shutterstock.com

Dieser Beitrag hat Ihnen geholfen?
Bitte teilen Sie unsere Liebe für Gesundheit oder werden Sie Fan von rundumgesund.de - vielen Dank.