Masern
Bei den Masern kommt es zu einem typischen roten Hautausschlag
Krankheiten

Masern – Ursachen, Symptome und Therapie

Die Masern sind eine ansteckende Infektionskrankheit, die durch das Masernvirus hervorgerufen wird. Da in den meisten Fällen Kinder betroffen sind, gehören die Masern ebenso wie die Windpocken zu den klassischen Kinderkrankheiten.

Was sind die Masern?

Bei den Masern handelt es sich um eine akute Virusinfektion, die hoch ansteckend und dadurch sehr leicht übertragbar ist.

Die Erkrankung geht mit einem typischen rotfleckigen Hautausschlag einher. Das Virus hinterlässt eine lebenslange Immunität, sodass bereits Erkrankte vor einer erneuten Infektion geschützt sind. Rund 10 bis 20 Prozent aller Erkrankungsfälle verlaufen mit Komplikationen wie Lungen- oder Mittelohrentzündungen. Aufgrund der hohen Komplikationsrate und der ausgeprägten Ansteckungsfähigkeit der Erkrankung müssen Ärzte jede Maserninfektion dem Gesundheitsamt melden.

Das Masernvirus ist weltweit verbreitet, allerdings erkranken in den Entwicklungsländern deutlich mehr Menschen. Dort zählt die Infektionskrankheit zu den Haupttodesursachen bei Kleinkindern.

In Deutschland und vielen anderen westlichen Industriestaaten ist die Häufigkeit der Erkrankung aufgrund der Masernimpfung in den letzten Jahrzehnten stark zurückgegangen. So schwanken die jährlich gemeldeten Erkrankungszahlen zwischen 200 und 2.300 Fällen.

Masern – Ursachen

Ursache der Masernerkrankung ist eine Infektion mit dem Masernvirus. Es handelt sich dabei um ein einzelsträngiges RNA-Virus aus der Familie der Paramyxoviren, das ausschließlich im Menschen vorkommt.

Die Übertragung erfolgt durch direkten Kontakt oder mittels Tröpfcheninfektion. So gelangt das Virus durch das Einatmen infektiöser Tröpfchen oder durch den Kontakt mit infektiösen Sekreten aus Nase oder Rachen und in seltenen Fällen auch über die Bindehaut der Augen in den Körper. Das Virus weist einen Kontagionsindex von fast 1 auf. Das bedeutet, dass es bei nahezu jedem nicht-immunen Menschen nach dem Kontakt mit dem Virus zu einer Infektion kommt. Das Masernvirus gehört damit zu den Viren mit der höchsten Ansteckungsfähigkeit.

Zwischen der Ansteckung und dem ersten Auftreten der Symptome können bis zu zehn Tage vergehen. In dieser Zeit besteht jedoch schon eine Ansteckungsgefahr. Die Masern können also auch dann übertragen werden, wenn bei den Betroffenen noch gar keine Krankheitszeichen sichtbar sind.

Masern – Symptome

Die Masern zeigen in der Regel einen dreiphasigen Verlauf. Das erste Stadium, auch als Vorläufer- oder Prodromalstadium bezeichnet, ist durch uncharakteristische Symptome wie Fieber, Schnupfen und Husten gekennzeichnet. Auch Bindehautentzündungen und ein verquollenes Äußeres sind typisch für dieses Stadium, das zwischen drei und fünf Tagen andauern kann. Im Bereich der vorderen Backenzähne können sich ferner auf der Wangenschleimhaut die sogenannten Koplik-Flecken bilden. Diese sind zartrot gefärbt und haben ein weißes Zentrum. Verantwortlich für dieses Enanthem sind Immunreaktionen in den kleinen Blutgefäßen.

Nach vier bis sieben Tagen tritt das typische Masernexanthem auf. Dieses imponiert in Form von roten Flecken auf der Haut. Der Masernausschlag beginnt in der Regel hinter den Ohren und breitet sich dann über den restlichen Körper aus. Im Gesicht sind die Flecken oft nur schwach sichtbar. Zusätzlich leiden die Betroffenen unter Hautblutungen und unter Fieber, das bis auf 40 Grad Celsius ansteigen kann.

Im Erholungsstadium verschwindet der Hautausschlag langsam. In dieser Zeit der Rekonvaleszenz erholen sich die Betroffenen zwar, sind aber immer noch immunsupprimiert und damit anfällig für andere Erkrankungen.

Bedingt durch die Immunschwäche besteht eine erhöhte Empfänglichkeit für bakterielle Sekundärinfektionen. Zu diesen sogenannten Superinfektionen gehören neben Mittelohrentzündungen, Entzündungen der Bronchien und Lungenentzündungen auch starke Durchfälle.

Eine besonders gefürchtete Komplikation ist die postinfektiöse Enzephalititis, die in 0,1 Prozent der Fälle auftritt. Diese Entzündung des Gehirns macht sich durch Kopfschmerzen, Fieber und Bewusstseinsstörungen bemerkbar. Bei bis zu 20 Prozent der Betroffenen endet die Enzephalitis tödlich, etwa 30 Prozent behalten bleibende Schäden am Zentralnervensystem (ZNS) zurück.

Eine sehr seltene und tödlich verlaufende Spätkomplikation ist die subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE), die sich durchschnittlich sechs bis acht Jahre nach der eigentlichen Infektion entwickelt. Die Erkrankung, die zwischen vier und 60 Menschen pro 100.000 Masernerkrankungen betrifft, beginnt mit psychischen Veränderungen und führt zu neurologischen Störungen und Ausfällen bis hin zum vollständigen Verlust der Gehirnfunktionen.

Masern – Therapie

Zur Behandlung der Masern gibt es keine ursächliche antivirale Therapie. Der Erkrankung lässt sich also nicht medikamentös entgegenwirken. Je nach Beschwerdebild können fiebersenkende Mittel und Umschläge zur Linderung der Symptome zum Einsatz kommen. Bei einer zusätzlichen bakteriellen Infektion können Antibiotika erforderlich sein. Diese können das Bakterienwachstum hemmen und die Erreger abtöten.

Einige Studien konnten einen positiven Effekt von Vitamin A auf die Komplikationsrate und die Sterblichkeit der Maserninfektion aufzeigen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt deshalb in Regionen, in denen es häufig zu einem Vitamin-A-Mangel kommt oder in denen die Sterblichkeitsrate sehr hoch ist, eine prophylaktische Gabe des Vitamins.

Generell sollten Erkrankte Bettruhe halten und zusätzlich viel trinken, um den fieberbedingten Flüssigkeitsverlust bestmöglich auszugleichen.

Masern – Vorbeugung

Die wirksamste Prävention gegen eine Infektion mit dem Masernvirus ist die Schutzimpfung gegen Masern. Dazu kommt ein Lebendimpfstoff zum Einsatz, der nach einer zweifachen Verabreichung zu einer lebenslangen Immunität führen soll. Impfstoff der Wahl ist ein Kombinationsimpfstoff, der nicht nur vor den Masern, sondern auch vor Mumps und Röteln schützen soll. Bei bis zu 15 Prozent der Geimpften entwickeln sich vor allem nach der ersten Impfung die sogenannten Impfmasern mit niedrigem Fieber, leichtem Ausschlag und Atembeschwerden. Im Gegensatz zur richtigen Maserninfektion sind die Impfmasern jedoch nicht ansteckend und klingen in der Regel innerhalb weniger Tage von selbst ab. Die Masernimpfung sollte nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) erstmalig im Alter von 11 bis 14 Monaten erfolgen. Die Zweitimpfung erhalten die Kinder im Alter von 15 bis 23 Monaten.

Um bei einer Infektion einer weiteren Verbreitung vorzubeugen, dürfen infizierte Menschen nach dem deutschen Infektionsschutzgesetz (IfSG) solange keine Gemeinschaftseinrichtungen besuchen, bis keine Infektionsgefahr mehr besteht. Zu den Gemeinschaftseinrichtungen gehören neben Kindergärten und Schulen auch Ausbildungseinrichtungen, Heime und Ferienlager.

Bildnachweis: © phichet chaiyabin (ID 408024508) / shutterstock.com

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