Mundrose
Die Mundrose kann sich im ganzen Gesicht ausbreiten - © misalukic / stock.adobe.com
Krankheiten

Mundrose: Ursache, Symptome und Behandlung

Die Mundrose oder auch periorale Dermatitis ist zwar ungefährlich. Dennoch sollte sie nicht unbehandelt bleiben, da sie sich dann unnötig lange hinziehen würde. Zudem stellt sie für viele Betroffene ein ästhetisches Problem dar und belastet oft auch die Psyche der Betroffenen.

Breitet sich um Mund und Nase ein Ausschlag aus, kann eine Mundrose die Ursache sein. Die Periorale Dermatitis wird unter anderem durch eine übertriebene Hautpflege ausgelöst. Da Flugbegleiterinnen viel Wert auf ein gepflegtes Aussehen legen, wird die Erkrankung häufig auch als Stewardessen Krankheit bezeichnet. Wendet man die Präparate falsch, kommt es zu einer Verschlechterung der Symptome. Folgender Ratgeber befasst sich näher mit Ursachen, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten der Mundrose.

Was ist eine Mundrose?

Es handelt sich um eine nicht ansteckende und recht weit verbreitete Hautkrankheit, die nur das Gesicht befällt. Frauen sind dabei wesentlich häufiger betroffen als Männer. Die meisten Betroffenen sind 20 bis 45 Jahre alt.

Man unterscheidet mehrere Formen der Mundrose:

BezeichnungVorkommenHäufigkeit
periorale FormMund40 %
perinasale FormNase15 %
periokulare FormAugen10 %

Am häufigsten ist ausschließlich die Mundpartie befallen. Oft ist zusätzlich zum Mundbereich auch die Partie um die Nase betroffen. Es können aber auch die Augen und Nase oder Mund betroffen sein. In Fachkreisen sprich man in diesem Fall von einer periorifiziellen Dermatitis.

Es handelt sich um eine harmlose Erkrankung. Bleibt eine Mundrose jedoch unbehandelt, kann sie über Monate bestehen bleiben und dadurch ein ästhetisches Problem darstellen.

Ursachen für die Mundrose

Die spezifischen Ursachen der Erkrankung sind nicht bekannt. Ein Auslöser scheint eine übermäßige Pflege der Haut darzustellen. Das Risiko, an einer Mundrose zu erkranken steigt demzufolge, wenn der Gebrauch von Reinigungs- und Kosmetikartikeln stark übertrieben wird. Meist sind jüngere Frauen betroffen. Die Erkrankung wird aber auch häufiger bei Kindern festgestellt.

Häufiger erkranken Personen, die zu allergischen Reaktionen neigen, an einer Mundrose. Wer mit Heuschnupfen zu kämpfen hat oder unter Asthma und Neurodermitis leidet, zählt zur genannten Risikogruppe.

Folgende Präparate können das Auftreten einer Mundrose fördern:

  • Kosmetikartikel mit stark verschließenden Eigenschaften (Make-up, Puder, Kälteschutzpräparate)
  • Sonnenschutzmittel (Präparate mit hohem Lichtschutzfaktor)
  • Glukokortikoide (kortisonhaltige Cremes und Salben, Asthmaspray, Nasenspray gegen Heuschnupfen)

Die Mundrose ist vermutlich die Folge einer Störung der Hautbarriere. Dabei geraten Sonnenschutzmittel verstärkt in den Fokus. Da häufiger auch Kleinkinder betroffen sind, vermuten Experten einen Zusammenhang mit Sonnenschutzpräparaten auf physikalischer Basis. Diese Produkte decken die Haut sehr stark ab. Der Effekt ist mit einer Teerschicht vergleichbar. Unter Sonneneinwirkung beginnt die Haut stark zu schwitzen und die Hautbarriere wird gestört. Damit ließe sich auch die Zunahme der Erkrankungszahlen bei Männern in jüngster Vergangenheit erklären.

Neuesten Forschungsergebnissen zufolge könnten auch bestimmte Stäbchenbakterien eine Mundrose auslösen. Diese Bakterien konnten an den Haarwurzeln von an Mundrose erkrankten Patienten nachgewiesen werden. Bei ähnlichen Hautkrankheiten wie seborrhoischem Ekzem oder Rosazea waren die Bakterien nicht nachweisbar.

Symptome der Mundrose

Eine Mundrose ist mit einem Hautausschlag im Gesicht verbunden. Vorwiegend im Mundbereich kommt es zur Ausbildung von kleinen Knoten. Seltener treten auch Blasen auf. Die Haut beginnt zu spannen und zu brennen. Juckreiz oder Schuppenbildung können vorkommen. Die betroffene Hautstelle erscheint gerötet und geschwollen. Treten Bläschen auf, können diese mit Eiter gefüllt sein.

Charakteristisch für die Mundrose ist ein schmaler Saum um die Lippen, welcher nicht vom Ausschlag befallen ist. Die Mundrose kann sich auf Wangen, Augen oder Nasenflügel ausbreiten. In seltenen Fällen ist das komplette Gesicht betroffen und der Ausschlag breitet sich auch auf den Hals aus.

Tipp: Die Symptome einer Mundrose ähneln dem Beschwerdebild der Gürtelrose. Diese Erkrankung wird durch das Windpockenvirus verursacht. Dies erklärt die Entstehung der Bezeichnung Wundrose.

Es wird angenommen, dass neben UV-Licht auch hormonelle Veränderungen die Symptomatik beeinflussen. So ist beobachtet worden, dass sich die Beschwerden mit Beginn der Menstruation verschlimmerten.

Krankheitsverlauf der Mundrose

Die Mundrose ist gut behandelbar. Wer die ärztlichen Anweisungen befolgt, kann den Ausschlag innerhalb weniger Wochen besiegen. Eine Mundrose kann immer wiederkehren. Doch die Erkrankung ist weder ansteckend noch eine Gefahr für die Gesundheit. Es kommt nicht zur Zerstörung der Hautschichten und auch eine Narbenbildung kann ausgeschlossen werden.

Tipp: Frauen sind etwa 20-mal häufiger von der Mundrose betroffen als Männer.

Meist leiden Frauen, die viel Wert auf ein gepflegtes Aussehen legen an der Erkrankung. Die auffälligen Ausschläge im Gesicht sind für die Patientinnen häufig eine große psychische Belastung.

Diagnose der Mundrose

Hautärzte können die Mundrose aufgrund ihres Erscheinungsbildes bei der bloßen Begutachtung diagnostizieren. Für den Laien ist es jedoch schwierig, die Mundrose von anderen Hauterkrankungen wie Rosazea, Akne oder Neurodermitis abzugrenzen.

Behandlung der Mundrose

Ein erster Behandlungsschritt besteht meist darin, die verwendeten Kosmetikartikel abzusetzen. Der Arzt wird stattdessen medizinische Präparate verordnen, deren Anwendung ärztlich überwacht wird. Haben sich die Pusteln oder Blasen entzündet, wird er Antibiotika in Salbenform verordnen. Nur in Ausnahmefällen wird der Arzt Antibiotika in Tablettenform verschreiben.

Meist wird Metronidazol verordnet. Das Antibiotikum wirkt entzündungshemmend. Nach etwa zwei Wochen ist mit einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden zu rechnen. Nach circa sechs bis acht Wochen ist die Mundrose komplett abgeheilt.

Mundrose vorbeugen

Wer es mit seiner täglichen Hautpflege übertreibt, steigert das Risiko, an einer Mundrose zu erkranken. Die beste Vorbeugungsmaßnahme besteht darin, Cremes eher sparsam aufzutragen und auf Make-up und Lippenpflege hin und wieder zu verzichten.

Um die natürlichen Hautfunktionen aufrechtzuerhalten, braucht die Haut hin und wieder Luft zum Atmen. Weniger ist manchmal mehr und in diesem Fall die beste Waffe gegen ein erneutes Auftreten der Mundrose.

Beitragsbild: © misalukic / stock.adobe.com

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