Haferflocken
Haferflocken enthalten viele Nährstoffe, senken den Cholesterinspiegel und sind arm an Gluten
Lebensmittel

Haferflocken – unglaublich gesund und glutenarm

Haferflocken verzehren wir im Müsli, im und auf dem Brot, in Keksen und Gebäck oder eingerührt in Suppen und Smoothies. Zumindest sollten wir das tun – und zwar regelmäßig! Denn Haferflocken führen unserem Körper so viele gesunde Stoffe zu, dass mit ihrer Hilfe Darm und Magen gesund bleiben, der Cholesterin- und der Blutzuckerspiegel gute Werte aufweisen und wir weniger schnell zunehmen. Ein Wundermittel? Keineswegs. Ein sehr gesundes Nahrungsmittel, das täglich auf dem Speiseplan stehen sollte.

Ausgerechnet die Briten machen es uns vor: Sie, die international nicht als Feinschmecker oder Gesundheitsfanatiker in Sachen Ernährung bekannt sind. Sie essen täglich ihren Porridge und das mit Genuss, während Haferbrei hierzulande lange als Schonkost galt und nur bei Magen-Darm-Erkrankungen freiwillig gegessen wurde. Das hat sich in letzter Zeit geändert und zahlreiche Foodblogger schwören auf den gesunden Brei, natürlich täglich genossen. Kein Wunder, denn er enthält einen beeindruckenden Mix an Mineral- und Vitalstoffen. Schon geringe Mengen machen lange satt und das, obwohl er recht kalorienarm ist. Also ran an den Brei und täglich neu kombiniert mit frischem Obst und Gemüse!

Wissenswertes zu Haferflocken

Die drei Haferflockenarten:

  • Kernige Haferflocken oder Großblatt-Flocken: Für sie nimmt man die ganzen Kerne des Getreides. Die bissfesten Flocken werden meist für Müsli und zum Brotbacken verwendet. Wenn man die Flocken einweicht oder kocht, entwickelt sich eine schleimiger Brei und sie quellen auf.
  • Zarte Haferflocken oder Kleinblatt-Flocken: Sie stellt man aus zerkleinerten Haferkernen her. Sie quellen schneller auf und man verwendet sie für lockeres Gebäck, für Breie und Suppen, oder um Saucen sämig machen.
  • Schmelzflocken: Sie werden aus Hafermehl hergestellt und eignen sich für die Säuglingsnahrung und als diätetisches Lebensmittel. Sie lösen sich in Flüssigkeit sehr schnell auf und gelten auch als Schonkost für erkrankte Personen.

Haferkleie – die gesündeste Form, Hafer zu genießen

Das gesündeste Produkt aus Hafer ist jedoch eindeutig die Haferkleie, die man nicht mit den Schmelzflocken verwechseln sollte! Haferkleie wird aus Schalenrückständen, die beim Mahlen der Körner anfallen, hergestellt. Sie enthalten noch den Keimling und die Randschichten des Kornes, die Samenschale, das Silberhäutchen und die Fruchthaut. Da diese Randschichten des Kornes einen Großteil der Vitamine und Mineralstoffe, des Eiweißes und der Ballaststoffe enthalten, ist dieses Produkt am wertvollsten.

Inhaltsstoffe von Haferflocken

Ganze, entspelzte, verzehrfertige Haferkörner enthalten:

  • Mineralstoffe und Spurenelemente wie Magnesium, Eisen, Zink, Phosphor, Kieselsäure
  • Vitamin B1, B9 (Folsäure), K, C, H (Biotin), Niacin
  • reichlich Eiweiß
  • viele Ballaststoffe wie Pektin und Zellulose
  • Beta-Glucan, das nachweislich den Cholesterinspiegel senkt
  • Antioxidans Avenanthramid

Das Beta-Glucan, das in allen Haferflockensorten enthalten ist, jedoch am meisten in der Haferkleie, bewirkt dass die Darmschleimhaut geschützt wird und sich der Nährstoffabbau im Körper verlangsamt. Dadurch steigt der Blutzuckerspiegel langsamer an. Es bindet zudem verschiedene Stoffe wie überschüssige Fette und Gallensäure und führt dazu, dass sie einfacher ausgeschieden werden. Durch den hohen Gehalt an Beta-Glucan sind Haferflocken sehr empfehlenswert um einen erhöhten Cholesterinspiegel wieder zu senken!

Haferflocken gegen diverse Beschwerden

Am wichtigsten ist die positive Wirkung von Haferbrei, also mit Wasser aufgekochten Haferflocken, auf jegliche Art von Magen-Darm-Erkrankungen. Die vielen Ballaststoffe bilden eine schleimartige Schutzschicht um die empfindliche, bereits gereizte oder gar entzündete Darm- und Magenschleimhaut. Besonders Personen, die unter Sodbrennen, Magengeschwür und Beschwerden durch zu viel Magensäure leiden, sollten am besten täglich Haferbrei essen. Durch den Schutzfilm kann auch der saure Magensaft nicht mehr reizen und neue Entzündungen hervorrufen. Die Entzündungen heilen aus. In akuten Fällen bekommt der Patient sogar auf ärztlichen Rat eine Zeitlang nur Haferbrei verabreicht. Der Haferbrei wirkt auch bei vorübergehenden Beschwerden wie Durchfall, Erbrechen, Magen-Darm-Grippe, verdorbenem Magen.

Die positive Wirkung auf einen erhöhten Cholesterinspiegel wurde oben bereits beschrieben. Hinzu kommt, dass auch Diabetiker von der speziellen Wirkung des Hafers im Darm profitieren. Durch die verzögerte Aufnahme der Nahrung und des Zuckers aus der Nahrung, steigt der Blutzuckerwert nach einer Mahlzeit nicht sehr hoch an und vor allem nur langsam. Diesen Effekt machen sich auch Sportler zu Nutze: Eine Hafermahlzeit oder ein Haferriegel geben dem Körper langanhaltend Energie und er muss nicht mit den üblichen Blutzuckerschwankungen nach Mahlzeiten oder kleinen Snacks klarkommen, die gerade im sportlichen Bereich mit Leistungstiefs einhergehen.

Neueren Studien zufolge soll das Haferkorn auch in der Lage sein, den Körper von Giften und Schwermetallen zu reinigen: Es bindet Blei, Cadmium und Chrom. Hafer soll von allen Getreiden sogar die größte reinigende Wirkung besitzen.

Hafer – ein glutenarmes Getreide

Eine weitere gute Nachricht für alle, die sich glutenarm ernähren wollen: Hafer enthält nur geringe Mengen an Gluten und zwar andere als Weizen. Diese sind viel besser verträglich als Gluten in Weizen, Roggen oder anderen Getreidesorten. Wer allerdings an Zöliakie leidet, sollte extra glutenfreien Hafer kaufen. Für alle, die nur zu viele Gluten vermeiden wollen, ist Hafer geradezu ideal. Leider kann man aus ihm alleine kein Brot backen, allenfalls ein Fladenbrot. Doch lässt sich das Hafermehl in das Backmehl mischen. Neueren Studien zufolge konnten Kinder, die an Zöliakie litten, nach einem Jahr Ernährung mit weizenfreien Haferprodukten, wieder vollständig genesen. Die gereizten Darmschleimhäute und das Immunsystem hatten sich wieder vollständig regeneriert.

Bildnachweis: © Karissaa / shutterstock.com

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