Schwarzkümmelöl
Schwarzkümmelöl ist gesund und hilft bei einer Vielzahl von Beschwerden
Lebensmittel

Schwarzkümmelöl – Gewürz mit heilender Wirkung

Mit über 100 Einzelsubstanzen in jedem Körnchen Schwarzkümmel bietet die filigrane Pflanze aus dem Balkan vielen Krankheiten und Beschwerden die Stirn. Vor allem das Immunsystem profitiert vom einzigartigen Mix aus ungesättigten Fettsäuren und ätherischen Ölen. Allergiker können mit dem wohlschmeckenden Schwarzkümmelöl ihre Beschwerden lindern, Asthmatiker können aufatmen.

Wer noch nie etwas von Schwarzkümmel gehört hat, der hat ihn doch zumindest sicher schon einmal gegessen: Nämlich als Gewürz auf orientalischem Fladenbrot. Es sind die kleinen schwarzen Samen, die diesem Brot den typischen Geschmack verleihen. Trotz seiner deutschen Bezeichnung hat Schwarzkümmel mit Kümmel und Kreuzkümmel nichts gemeinsam. Er ist mit diesen Pflanzen nicht verwandt und auch im Geschmack und der Wirkung nicht ähnlich. Er gehört zu den Hahnenfußgewächsen und ist damit eher ein Verwandter der Christrose.

Im orientalischen Raum gehört Schwarzkümmel zum Alltag. Es wird täglich damit gewürzt und er gilt als Heilpflanze gegen eine Vielzahl von Krankheiten und Beschwerden. Im europäischen Raum schätzte man Schwarzkümmelöl auch im frühen Mittelalter als Gewürz- und Heilpflanze. Doch dann geriet er wieder in Vergessenheit.

Allgemein setzt man im Orient das Gewürz als Heilmittel gegen alltägliche Beschwerden wie Magen-Darm-Krankheiten, Bauchkoliken, aber auch Husten oder Asthma ein. Seit etwa zehn Jahren hat auch die westliche Welt erneut erkannt, dass das ätherische Öl das Immunsystem in Balance hält – Herz, Nerven und Gehirn optimal versorgt und die Atmungsorgane gesund erhält. Mittlerweile gibt es bis zu 700 anerkannte wissenschaftliche Studien zur gesundheitsförderlichen Wirkung von Schwarzkümmelöl. (Verweis: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=nigella+sativa+oil)

Einzigartiger Mix aus ätherischen Substanzen

Kaum ein Speiseöl kann mit diesem hochkonzentrierten Mix aus Fettsäuren und ätherischen Ölen mithalten. Schwarzkümmelöl enthält:

  • 50-60 % Linolsäure
  • 20 % Ölsäure
  • 3 % Eicosadiensäure
  • 0,5 % Alpha- und Gamma-Linolensäure
  • 50 % Thymochinon
  • 40 % p-Cymen
  • 15 % α-Pinen

Weitere Bestandteile sind die Fettsäuren Myristin, Stearin, Palmitin, Palmitolein, Arachin, und Arachidon.

Die ätherischen Öle wie Thymochinon sorgen für den typischen Geschmack und Geruch des Öles und machen es zum aromatischen, würzigen Speiseöl. Sie sind aber auch der Grund dafür, warum das Öl so gut gegen Bakterien und Viren, gegen Pilze und sogar gegen Parasiten wirkt. Die ätherischen Substanzen haben nämlich antimikrobielle und antivirale Eigenschaften. Auch gegen Grippeviren und vielerlei Darm- und Hautprobleme helfen sie.

Neben den beschriebenen hochwirksamen Bestandteilen, die das Öl so wertvoll machen, trumpft es aber auch noch mit folgenden Inhaltsstoffen auf:

  • Vitamine B1, B2, B6, C und E: Wichtig für Nerven, Gehirn, Stoffwechsel, Abwehrkräfte, Zellschutz, Hautfunktion, Fließeigenschaft des Blutes
  • Magnesium und Selen: Wichtig für Muskeln und Nerven, Energiestoffwechsel, Zellstoffe, Entgiftung
  • Biotin, Beta-Karotin, Provitamin A: Halten die Zellen gesund, wichtig für schöne Haut, Haare, Nägel und die Sehkraft
  • Essentielle Aminosäuren: Regulieren den Stoffwechsel über die Synthese von Enzymen und Hormonen

Schwarzkümmelöl bei Allergien

Gegen Allergien scheint nach Ansicht vieler Schulmediziner kein Kraut gewachsen zu sein. Die Natur wirkt obendrein wie der Feind des Allergikers. Doch der Schein trügt: Auch wenn Allergiker auf natürliche Substanzen wie Pollen und Gräser reagieren, hilft ihnen doch gerade die Natur gegen die Überreaktion des Immunsystems. Die chemische Keule in Form von Antihistaminika oder Cortison heilt nicht, sondern unterdrückt nur die Symptome, meist auch nur vorübergehend. Einem Allergiker mit chronischen Symptomen ist damit nicht viel geholfen. Die entzündlichen Prozesse verschlimmern sich oft noch, wenn das Cortison abgesetzt wird. Ein dauernder Einsatz von Cortison und Antihistaminika ist nicht empfehlenswert. Schwarzkümmelöl hilft durch seine einzigartige Zusammensetzung an gesunden Fettsäuren bei allen allergischen Beschwerden. Des Weiteren hält der Schwarzkümmel das körpereigene Histamin in Schach. Das ätherische Öl Thymochinon im Schwarzkümmelöl senkt die Menge des Histamins, das für sämtliche Symptome verantwortlich ist. So lindert es:

  • Heuschnupfen
  • Allergische Augenentzündungen
  • Neurodermitis
  • Allergische Magen-Darm-Beschwerden

Doch nicht nur die Überproduktion des Histamins ist schuld an einer allergischen Überreaktion. Bei Allergikern liegt ein Enzymdefekt vor, der bewirkt, dass sie für ein normal funktionierendes Immunsystem mehr ungesättigte Fettsäuren benötigen als andere Menschen. Doch so hilfreich und ungefährlich Schwarzkümmel in der Behandlung von Allergien wirkt, so lange dauert es oft auch, bis die lindernde Wirkung eintritt. Einige Wochen sollte der Patient täglich mehrere Kapseln einnehmen, bis er von seinen Beschwerden langsam erlöst wird. Erst dann ist der Körper wieder im Gleichgewicht, der Stoffwechsel und das Verdauungssystem durch die ungesättigten Fettsäuren optimal versorgt und die allergieauslösenden Stoffe werden vom Körper nicht mehr als Feind wahrgenommen. Wer auf sehr viele Stoffe reagiert und schwere Symptome hat, sollte Schwarzkümmelöl sogar bis zu acht Monaten einnehmen, um die Symptome dauerhaft loszuwerden. Sobald sie wiederkehren, sollte er erneut mit der Einnahme beginnen.

Schwarzkümmelöl als Allroundtalent für die Gesundheit

Das orientalische Öl wird zudem erfolgreich gegen folgende Krankheiten und Symptome eingesetzt:

Um einen positiven Effekt gegen diese Krankheiten zu erzielen, muss Schwarzkümmelöl ebenso über einen längeren Zeitraum täglich eingenommen werden.

Schwarzkümmelöl zur Vorbeugung und Gesunderhaltung

Im Nahen Osten gilt das gesunde Gewürz auch als natürliches Antikrebsmittel. Neuere Untersuchungen haben diese Annahme bestätigt und belegt, dass die regelmäßige Einnahme des Öles die Ausbreitung und das Wachstum von Krebszellen bremsen kann. Nerven und Gehirn profitieren vom an ungesättigten Fettsäuren reichen Gewürzöl und zwar auch durch die antioxidative Wirkung. Diese schützt die Nervenzellen vor den aggressiven freien Radikalen. Wer an Diabetes erkrankt ist, egal ob Typ-1 oder Typ-2, kann mit der Einnahme von Schwarzkümmelöl eine Senkung des Blutzuckerspiegels bewirken, wenn man es zusätzlich zu den herkömmlichen Medikamenten nimmt. Allgemein verbessert Schwarzkümmelöl die Blutwerte.

Die Verdauungsorgane Magen, Darm, Leber und Nieren freuen sich über eine regelmäßige Zufuhr von Schwarzkümmelöl, da es entgiftend wirkt, Krämpfe mildert, den Stoffwechsel in Schwung bringt und Entzündungen hemmt. Bei gestörter Verdauung und Symptomen wie Völlegefühl, Verstopfung und Blähungen hilft Schwarzkümmelöl durch seine antimikrobiellen und antibakteriellen Inhaltsstoffe Nigellin und Melathin. Diese helfen den Darm von schlechten Bakterien und Pilzen zu befreien.

Wer raucht oder öfter Probleme mit den Atmungsorganen hat, der tut Lungen und Bronchien viel Gutes, wenn er zum Schwarzkümmel greift. Die entzündungshemmende Wirkung ist besonders für Asthmatiker eine Wohltat, verhindert aber auch schwere Bronchitis und immer wiederkehrende Erkrankungen der Atmungsorgane. Die krampflösende Wirkung hilft allen, die an chronischen Atemwegserkrankungen leiden. Es sind die im Öl enthaltenden sogenannten Prostaglandine, die die Blutbahnen der Bronchien weiten und befreit aufatmen lassen. Diese Wirkung ist auch für die Senkung des Bluthochdruckes verantwortlich.

Verwendung und Einnahme von Schwarzkümmelöl

Man kann Schwarzkümmelöl als Gewürz oder als Speiseöl zu sich nehmen. Leider schafft man es kaum, die erforderliche gesundheitsförderliche Menge täglich über die Nahrung zu sich zu nehmen. Auch das starke Aroma der Gewürzpflanze hindert viele Menschen daran, täglich damit zu würzen. Einfacher ist es, Schwarzkümmelöl-Kapseln einzunehmen, die es in jedem Drogeriemarkt gibt. Eine gesundheitsfördernde Wirkung tritt ein, wenn man als Erwachsener mindestens 0,5 ml des Öls zu sich nimmt. Allergiker und Erkrankte brauchen jedoch mehr: Sie nehmen täglich etwa 3-6 Kapseln, die meist mit 0,5 ml Öl gefüllt sind, zu sich. Als Therapieform bei chronischen und langwierigen Erkrankungen empfiehlt sich eine Einnahme über 3-6 Monate hinweg.

Wissenswertes über die Pflanze und ihre historische Anwendung

Lateinisch heißt die Pflanze Nigella sativa. Sie verbreitete sich vor etwa 2.000 Jahren im Nahen Osten, Afrika, Indien und Russland. Angebaut wird sie heute in Ägypten, Indien, der Türkei, im Mittleren Osten und Mittelmeerraum. Im Mittelalter nannte man sie im deutschen Sprachraum auch Brotwurz, weil man sie schon damals als Gewürz für Brote nutzte. Samen und Öl der Pflanze gehörten im arabischen Raum zu den wichtigsten Gewürzen und galten als Allzweck-Heilmittel. Der Samen wurde auch als Tee getrunken oder inhaliert, indem man ihn in ein Säckchen füllte und befeuchtete. Das Öl wurde auf erkrankte Haut aufgetragen und als Badezusatz verwendet. Schließlich setzte man es bei allen möglichen Erkrankungen und Schmerzen ein. Zudem galt es als Insektenschutzmittel für Textilien.

Bildnachweis: © Geo-grafika / shutterstock.com

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